Hagia Sophia

Gleich in der Nachbarschaft der Sultan Ahmet Moschee findet man die Hagia Sophia. Die einstige Hauptkirche des byzantinischen Reiches jedoch steht schon ein wenig, um nicht zu sagen 1000 Jahre, länger an ihrem Platz, als die Blaue Moschee. Man sieht dies der Kirche und späteren Moschee allerdings auch an. Restauratoren werden noch alle Hände voll zu tun haben, den Glanz der Fresken und Wandfarben wieder herzustellen. Betritt man das Hauptschiff, so fallen dem Betrachter sofort die riesigen, kreisrunden und die vier Gebetsrichtungen symbolisierenden Tafeln auf. Sie zeugen von der Zeit, in der die Ayasofya als Moschee diente da Konstantinopel von den Osmanen erobert wurde.
Des Weiteren wird das Bauwerk durch die 56 Meter hohe und 31 Meter durchmessende Kuppel dominiert. Die Apsis weist ein Minbar auf, das von dem Deckenmosaik der thronenden Mutter Gottes überdacht wird. Generell sind die byzantinischen Mosaike der Hagia Sophia etwas sehr besonderes, werden sie doch auf natürliche Weise, also durch das natürlich einfallende Licht, derart illuminiert, dass ein hochtechnisierter Mitteleuropäer zunächst an Spotlights denn an Sonnenlicht denkt.

Der Eintritt beläuft sich auf 10 Türkische Lira, was ungefähr 5 Euro entspricht. Stative müssen allerdings am Eingang abgegeben werden. Ich hielt es für einen Versuch wert nach einer Fotoerlaubnis zu fragen. Der Tatsache geschuldet, dass der Direktor einen guten Tag hatte und man im Urlaub auch Geld für Sachen ausgibt, das man sonst nicht locker hätte, bezahlte ich die zusätzlichen 75 Lira für eine Stunde und machte mich ans Werk.

Wer allerdings seitens der Tourismus-Polizei oder aber der Museumsdirektion Englisch erwartet, dem sei vorab schon gesagt, dass jeder Dönerbuden-Besitzer des Englischen mächtiger ist. Mit derartigen Kommunikationsproblemen konfrontiert, gestaltete sich das Aushandeln einer Fotoerlaubnis ein wenig schwierig.
Städtebaulich hat man bei der Hagia Sophia nicht sonderlich überlegt agiert. Während man zu fortgeschrittener Stunde ohne weiteres die angestrahlten Minarette der Blauen Moschee genießen kann, mischt sich in die Illumination der Hagia Sophia das Neon-Orange der nur wenige Meter platzierten und in ausreichender Anzahl verbauten Straßenlaternen. Und so gehen die wunderschönen Mandarintöne dieses Bauwerks durch die benachbarte klinisch-grelle Scheinwerferatmosphäre unter.

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