Mit John ins Weekendfeeling

Man muss schon die ganz alten dicken Wälzer des kollektiven Berliner Clubbinggedächtnis aus dem Wandschrank holen, um recherchieren zu können, wann John Digweed nun genau das letzte Mal die Türschwelle der deutschen Hauptstadt überschritt und vielen fällt da nur der Stopp der Nothern Exposure Tour vor gut 12 Jahren ein. Seine aktuelle Bedrock Eleven Tour jedenfalls bescherte der Technometropole Berlin das Vergnügen den britischen Top DJ seit langer Zeit mal wieder live vor der eigenen Haustür erleben zu können, im Weekend Club und mit tatkräftiger Unterstützung von Zander VT.

Berlin an einem Donnerstag im Februar. Der Winter hat die Stadt fest im Griff. Russischer Ledermantel und Handschuhe schützen einen vor der moderig-nassen Kälte, während man sich in wackligen Schritten über glitschig vereiste Gehwege dem ehemaligen Haus des Reisens am Alexanderplatz nähert. Das Erdgeschoss des Hauses diente bereits dem legendären No Ufos Club Sternradio, dem heutigen Centrum als Unterkunft. Die größeren Namen der Szene jedoch verkehren mittlerweile in der zwölften, fünfzehnten Etage oder aber auf dem Dachgeschoss; allesamt Spielwiesen des Weekend Clubs.

Kaum kurz nach zwölf im zwölften Stock angekommen, wurde man bereits von ersten wärmenden Grooves umschlungen. Die BPitcher Zander VT rahmten das Set der DJ-Legende aus Hastings (UK); kümmerten sich um Warm-Up sowie Wrap-Up und hatten es nicht sonderlich schwer das auf Amüsement ausgerichtete, internationale Publikum auf die Tanzfläche zu ziehen. Schön, dass sich die Cineasten der Berlinale nicht nur von Filmen in den Bann ziehen lassen. Natürlich war auch der ein oder andere Berliner mit von der Partie, wobei der nachfolgende Freitag extra frei genommen wurde.

Gegen 2 Uhr übernahm John und holte ordentlich den Knüppel aus dem Sack; gab dem jungen Publikum genau dass, wonach sie lauthals schrien: pumpende Bässe, untermalt von den typischen Harmonien und Themen für die der Bedrock Labelchef weltweit verehrt wird. Digweed bestätigte im Übrigen Berlin auflegenderweise seit 12 Jahren nicht mehr betreten zu haben. Wie schon im SQ Club in Poznan, ließ der Brite die Lichter runter drehen. Selbst ein entflammtes Feuerzeug war in der Lage die vorhandene Lichtmenge zu verdoppeln. Freihandbilder mit Belichtungszeiten von ~1/5s bei Blende 1.4 können daher nicht 100% scharf sein. Um 5 in der Früh wurde Digweed frenetisch umjubelt von den Berlinern in die Nacht entlassen. Hoffentlich dauert es nicht wieder 12 Jahre bis John mal wieder seine Nase durch den Berliner Vorhang stecken wird…

Verwendete Fototechnik: Canon EOS 1Ds Mark III, Canon EF 16-35 f/2.8L II, Sigma EX 50mm f/1.4

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