Aucklands architektonische Seite

Eigentlich ist Wellington die Hauptstadt, die Fäden logistischer wie wirtschaftlicher Natur aber laufen im Ballungsgebiet Auckland zusammen und vor allem für Touristen ist die nördliche Metropole des internationalen Flughafens wegen schlichtweg das Einfallstor Nummer eins und damit der Erstkontakt mit dem fernen Neuseeland. Down Town, das Stadtzentrum ist kompakt bebaut; von weitem, mit dem Supertele betrachtet, fördern die Fassaden aber interessante Details zu Tage. Nicht zu vergessen die Spiegelungen der Skyline bei Regen und die Aussicht vom Sky Tower aus, die sogar Aucklands vulkanische Historie enthüllt.

Es ist schon ziemliches ein Schauspiel wenn Emirates an manchen Tagen im Abstand vor nur 30 Minuten mit drei A380 in Auckland einreitet. In einem von diesen Riesen sitze ich, der ich eigentlich British Airways gebucht hatte aber Opfer der Unfähigkeit der Engländer wurde. Egal, ich bin hier, habe zwar meinen Anschlussfug nach Tonga verpasst, bekomme aber eine neue Verbindung und die Reise findet, wenn auch mit zweitätiger Verzögerung und einen Aufenthalt in Auckland, wie geplant statt.

Aucklands Wetter im Sommer 2014 ist durchwachsen wie eine Scheibe Bauchspeck und hat nicht viel gemein mit dem Sonnenreichtum des Vorjahres. Den einen Tag gibt’s Sonnenbrand, drei andere Tage regnet es dafür. Yankees würde das nicht kümmern, denn für sie gibt es ja keinen Klimawandeln. Die Zyklonsaison 2014 im Südpazifik spricht aber eine andere Sprache, eine stärkere und zerstörerischere als in den Vorjahren.

Derartiges Wetter lädt auf den ersten Blick nicht unbedingt zum Fotografieren ein, auf den zweiten Blick aber – und das habe ich spätestens beim Besuch der Vulkane Kamtschatkas gelernt – kann schlechteres Wetter sehr bildgewaltig wirken, und so sieht auch Auckland nicht uninteressant aus wenn z.B. die Wolken die Spitze des Sky Towers umgarnen und es an der Waterfront Pfützen gibt, in denen sich die Skyline der Stadt beim Sonnenuntergang aufs herrlichste spiegelt.

Doch der Wolkenhimmel ist nicht zementiert, bietet das ein oder andere Loch und lässt die Sonne hindurch, was ein Kormoran im Hafen von Auckland zu nutzen weiß und auch die Rotschnabelmöwen fläzen sich die Wärme genießend auf die Poller der Kaibefestigung und nehmen von menschlicher Anwesenheit genauso wenig Notiz wie die USA von Persönlichkeitsrechten anderer Staaten.

Der Hafen ist wie vielerorts ein Hort des Trubels: Fähren bringen Menschen von A nach B, Segelboote preschen durch die Wellen, Hubschrauber zerschneiden die Lüfte während auf der fernen Hafenbrücke eine Gruppe Touristen zur Neuseeland-Flagge pilgert.

Eigentlich wollte ich auf eines der Dächer irgendeines Hochhauses, aber Pustekuchen. So sehr mir die jeweilige Security auch helfen möchte, ich beiße mir die Zähne aus und darf nicht hoch. Das verhindert nicht die Security sondern OSH (gesprochen „osch“), Neuseelands „wunderbare“ Unfallversicherung nebst Sicherheitsbestimmungen für das öffentliche Leben, welches noch aus vorsintflutlicher britischer Zeit stammt. Also nehme ich mit der Standardperspektive des Sky Tower vorlieb.

Mit dem großen Supertele im Gepäck lässt sich Auckland dennoch ein wenig anders als gewohnt darstellen. Allerdings ruft die große Tüte auch Spinner auf den Plan und so ist es nicht sonderlich verwunderlich das ausgerechnet ein Landsmann sich berufen fühlt mich ohne Wissen was genau ich mache verbal angreifen zu müssen, denn mit solch einem Objektiv sei man ja nichts weiter als ein (Zitat) Angeber. Ein Supertele ist sicherlich nicht primär für die Stadt geschaffen, richtig, aber ich würde mal behaupten genau die Details zu Tage zu fördern, die diesen guten Mann den Sabber des Neids im Mund zusammenfließen lassen ;-)

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