Oliver, der große Koletzki

Oliver KoletzkiWenn man die S-Bahn an der Warschauer Straße verlässt, hört man schon oft unten auf dem Bahnsteig einen Straßenmusiker, der selbst bei winterlicher Eiseskälte auf der Warschauer Brücke sitzt und trommelt. Nur ein wenig weiter ist das Zuhause eines anderen, elektronischen Trommlers, dessen Veröffentlichung “Der Mückenschwarm” einschlug wie eine Bombe und sogar vom Chef persönlich, Sven Väth, in die Riege der 2005er Cocoon Releases aufgenommen wurde.

Ursprünglich im westdeutschen Braunschweig geboren und aufgewachsen, und mit Wurzeln im deutschen Hip Hop, verschlug es Oliver Koletzki des Musikstudiums wegen nach Berlin, wo er begann elektronische Musik zu erschaffen. Der inspirierende Pfeil des Amor traf Oliver im Berliner Watergate. Heraus kam “Der Mückenschwarm”, welcher im Jahre 2005 auf keinem Dancefloor dieser Welt fehlte und von jedem, Sven Väth bis Pete Tong, gespielt wurde. Wenig später legten sich Pig & Dan, sowie Dominik Eulberg ins Zeug und lieferten erstklassige Remixe ab. Von den Lesern der Groove wurde diese Scheibe zur “Besten Produktion” des Jahres 2005 gewählt.

Dem Mückenschwarm folgten Veröffentlichungen und Remixe auf Martin Eyerers KlingKlong sowie Oliver Huntemanns Dance Electric Label. Ganz frisch und neu ist Stil vor Talent, Olivers eigenes Plattenlabel.

FW: Oliver, “Der Mückenschwarm” ist bis dato Deine erfolgreichste Produktion. Entwickelte sich dieser Track über einen gewissen Zeitraum oder entstand er urplötzlich aus dem Nichts?

Eigentlich veröffentlichte ich den Mückenschwarm bereits auf meinem eigenen Label Stil vor Talent, zwei Jahre bevor Cocoon es entdeckte. Zwar war eine B-Side, dennoch war ist meine erste wirklich ernstzunehmende Produktion gewesen. Die ganze Zeit über quälte mich der Gedanke, dass der Mückenschwarm noch eine Art Finish braucht, um es auf die A-Seite bringen zu können. Dann, eines nachts im Watergate, traf mich die Inspiration wie ein Blitz. Es war eine dieser langen typischen Berliner Partynächte, die mich bis in den späten Sonntagnachmittag feiern lies. Völlig besoffen machte ich zurück nach Hause, startete meinen Computer und der Mückenschwarm erblickte das Licht der Welt.

FW: Was für eine Party im Watergate war das?

Keine Ahnung… Ich weiß nur noch, dass Alter Ego aufgelegt hatte. Das war zu der Zeit, als deren “Rocker” gerade frisch heraus gekommen war und alle Leute zum rasen brachte. Genau mit diesen Partyemotionen ging ich nach Hause. Der Mückenschwarm ist nicht das Gleiche wie Rocker, dennoch nimmt er die Leute auf ähnliche Art und Weise mit.

Oliver Koletzki

FW: Welche Studioausrüstung oder Software hast Du benutzt um den Mückenschwarm zu produzieren? Und welches Teil dieser Ausrüstung ist Dir das Wichtigste?

Meine Produktionen basieren hauptsächlich auf Software. Von Beginn an arbeitete ich mit CuBase und Native Instruments, so das ich heute ein kleiner Experte in diesen Programmen bin. Ich habe einen simplen Sampler, sowie zwei Synthesizer (Mini Korgs), die ich zugegebenermaßen aber selten nutze. Ich kenne eine Menge Leute die darauf schwören, dass Hardware besser sei, als sei es die heilige Kuh in Sachen Music Production. Ich respektiere das, durch meine Laufbahn bedingt bin ich aber eher ein “Softie”. Nicht oft aber ein paar Male schon habe ich live performt, mit Ableton.

FW: Cocoon ist ja nun kein kleines Hinterhof-Label. Generell gesehen vermarkten sie ihre Künstler sehr gut. Nachdem man auf Dich zukam und ankündigte dem “Mückenschwarm” eine größere Veröffentlichung zu verpassen, musst Du ja recht aufgeregt gewesen sein.

Oh ja… Es war schon ein Gänsehautmoment als mich der Cocoon A&R anrief. Irgendwie hat Sven Väth wohl meine Scheibe während seiner Japan-Tour im Plattencase und jedes Mal sind die Leute schier ausgerastet wenn er sie gespielt hat. Als er dann wieder zurück in Frankfurt war, haben die Dinge ihren Lauf genommen.

FW: International gesehen hat “Der Mückenschwarm” ja ordentlich gepunktet. Viele DJs haben Deinen Track gespielt und in deren Charts gelistet. Bekannte Leute wie Pig & Dan und Dominik Eulberg haben Remixe beigesteuert. Gab es bei all dem Feedback etwas das hervorstach, in positiver oder gar negativer Weise?

Wenn man schon seit einiger Zeit elektronische Musik produziert und nicht wirklich etwas passiert, dann schenkt man den ersten Rückantworten schon sehr viel Aufmerksamkeit. Eigentlich wollte ich gar keine so große Welle erzeugen, sondern eigentlich nur einen richtig guten Techno-Song. Ehrlich gesagt hätte ich lieber eine sich über längere Zeit entwickelnde Laufbahn präferiert. Schritt für Schritt. Platte für Platte.

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl plötzlich Nachrichten von überall und jedem zu bekommen. Nachrichten von Leute die man wenn nur vom Namen her kennt. Das Nachrichten á la “Hey, habe gerade Deine Platte gespielt und 5000 Leute sind abgegangen!” Oder man bekommt Nachrichten von sehr bekannten DJs. Ich meine diese Sorte DJ denen man vorher entgegen schmachtete. Das ist schon der komplette Wahnsinn! (dickes grinsen)

Negatives Feedback habe bis dato überhaupt noch nicht bekommen. Lediglich hier in Berlin sind die Reaktionen ein wenig anders, da der generelle Geschmack in die Richtung Minimal geht. Aber das ist schon ok so.

FW: Kann man vom bisherigen Erfolg leben?

Plattenverkäufe sind ein nicht wirklich gutes Einkommen. “Der Mückenschwarm” bedeutet aber auch hier Neuland. Ein bisschen Profit konnte ich schon aus der Platte schlagen, aber derartige Möglichkeiten sind begrenzt. Die DJ-Gigs bringen das Geld und halten mich finanziell am Leben. Ich versuche etwas beiseite zu legen, für die Zukunft. Eines Tages vielleicht gibt es eine Chance vom eigenen Plattenlabel leben zu können.

Oliver Koletzki

FW: Deine bisherige Geschichte ist eine Erfolgsstory, die die elektronische Musik geschrieben hat. Deine Wurzeln aber sind im Hip-Hop zu finden. Trivial gesehen ist Hip-Hop schon sehr unterschiedlich zur elektronischen Musik. Was bedingte Deine Abkehr und brachte Dich zum Techno?

Da stimme ich Dir schon zu, allerdings sind meine Hip-Hop-Zeiten lange, um nicht zu sagen ewig her. Damals, vor 6-7 Jahren, lebte ich noch in Braunschweig. Zu dieser Zeit war Hip-Hop einfach cool und Techno steckte dort drüben irgendwie noch in den Kinderschuhen. Mein Empfinden gegenüber Hip-Hop ist eher Old School. Es drehte sich um fette Beats, Grafitti, ein Zugehörigkeitsgefühl und all solche Sachen. Das kann man nicht mehr mit dem kommerziellen Hintergedanken der heutigen Zeit vergleichen und in Einklang bringen.

Meine damalige Freundin rappte, während ich live Beats beisteuerte. Wir traten ein paar Mal in dieser Konstellation auf. Aber irgendwie veränderte sich die komplette Situation. Am meisten änderte sich das Publikum. Harte Drogen und viel körperliche Gewalt wurden auf einmal “gesellschaftsfähig”. Das war überhaupt nicht mehr mein Ding und deshalb bewegte ich mich recht rasch vom Hip-Hop weg. Zu jeder Zeit entwickelte sich House Music recht schnell und eroberte uns im Handstreich. Auch begriff ich relativ schnell, dass das für mich zur Herzensangelegenheit werden würde. Und der Umzug ins technolastige Berlin tat sein Übriges. (grinst)

FW: Weshalb trieb es Dich nach Berlin?

Ich wollte schon immer Musik studieren und in Berlin fand ich eine Schule, die einen Leistungskurs anbot. Zuvor jedoch musste ich mein Abi nachholen und machte nebenbei ein Praktikum als Banker. Dann schrieb ich mich an der UdK (Universität der Künste) ein und studiere noch bis heute, mit Unterbrechung in Sachen “Mückenschwarm”.
Um aber noch mal auf Hip-Hop zurück zu kommen. Ich bin ein Freigeist und würde nicht sagen, dass ich niemals wieder einen Hip-Hop Track produzieren würde. Diese Musikrichtung hat zugunsten von House und Techno einen Platz auf den hinteren Reihen eingenommen. Von Zeit zu Zeit produziere ich sogar Downbeat-Scheiben. Das ist ein ziemlicher Spaß, da ich das mit einem guten Freund zusammen mache.

FW: Wie würdest Du vor dem Hintergrund heutiger Releases Deine Hip-Hop Produktionen charakterisieren?

Es war deutscher Hip-Hop, mit Einflüssen von z.B. den Fantastischen Vier oder den Absoluten Beginnern. Ich sprach soziale Probleme und gesellschaftliche Missstände an. Es war eine ehrliche Musik und nicht der momentane 7x-Bitch-und-4x-Gangsta-Rap-Scheiß.

FW: Was sagt Dir der Name “Parker Frisby”?

(lacht) Nun ja, Oliver Koletzki ist die Technokiste, Parker Frisby ist mein Name in Sachen House.

FW: Um welchen Typ House Music geht es da genau?

Eher funky House Sachen, mit Percussions, Stimmeinlagen und real eingespielten Instrumenten. Also live gespielte Bass- und E-Gitarre, klatschende Hände und Shaker (lächelt). Ich lade mir verschiedene Musiker ein und wir halten zusammen eine Studiosession ab, während ich alles am Rechner zusammen mische. Diese Musiker sind Leute die ich auf meinem bisherigen Weg traf, z.B. in meinem Musikstudium. Bis jetzt ist es nur eine fixe Idee, aber wer weiß, wir sprechen sogar schon ernsthaft über die Möglichkeit live aufzutreten.

FW: Ich finde es interessant anzuschauen, dass Du keine Berührungsängste hast im Musikgeschäft unter Deinem echten Namen aufzutreten. Immerhin gab und gibt es ein Bestreben sich hinter teils sektenartig klingenden Phantasienamen zu verstecken.

Ich weiß was Du meinst (grinst). Vor 7-8 Jahren jedoch war ich nur als “Beat Master Lenny” bekannt. Als ich noch in Braunschweig lebte, dachte ich mir immer “Man, du kannst dich doch nicht unter deinem eigenen Namen hier blicken lassen.”

Hier in Berlin traf ich auf eine andere Akzeptanz. Neue Heimat, neue Stadt, neue Leute, neuer Name. Das lustige an dieser “Umbenennung” war, dass mich relativ viele Leute ansprachen und mir sagten wie geil doch der Name Oliver Koletzki sei und wie ich darauf gekommen wäre… (lacht)

FW: Neben der ganzen Technogeschichte produzierst Du auch die Musik zu Kurzfilmen und Werbespots, richtig?

Ja, das stimmt. Das nahm ich in Angriff bevor “Der Mückenschwarm” auf Cocoon raus kam. Meine Freundin studiert Kommunikationswissenschaften an der gleichen Universität, UdK. Sie spezialisiert sich auf Kurzfilme und Kinowerbung. Sie fragte mich einfach, ob ich ihr für 1-2 Projekte die Musik zuarbeiten könne. Schade, dass wir nicht sehr viel Zeit zur Verfügung hatten. Es war eine wunderbare Herausforderung und eine angenehme Arbeit. Ich musste zum Beispiel 12-15 minütige Filmsequenzen vertonen. Ich hoffe, dass ich das in der Zukunft noch mal aufgreifen kann.

FW: Legt Du eigentlich “nur” auf oder machst Du auch Live Acts?

Ich lege auf seitdem ich 18 bin. Das sind fast 13 Jahre. Ab und zu performe ich auch live, die DJ-Auftritte überwiegen aber bei weitem. Eigentlich habe ich bis dato nur 2-3 mal live “ge-act”, mit dem Laptop und ich spielte ein bisschen auf dem Keyboard. Im nächsten Jahr möchte ich die ganze Sache Live-Performance aber professioneller angehen, auch mit zusätzlicher analoger Hardware.

FW: Was bevorzugst Du beim Auflegen eigentlich? Vinyl, CDs oder gar neue Technologien wie Final Scratch oder Ableton?

An Final Scratch komme ich überhaupt nicht ran. Ich bin jemand der was in der Hand halten will, der das Vinyl fühlen möchte und es daher auch verteidigt. Mein Stand ist schwer. Im letzten halben Jahr hab ich mir CD-Player angeschaut und hab Gefallen an der Sache gefunden. Was ich total mag, ist dass man eigene Produktionen sehr einfach ohne größeren Aufwand testen kann. Ich produzier was, brenne es zack auf CD, spiele es im Club und beobachte die Reaktion. Auch liebe ich es live Edits zu machen, oder aber mit der Loop und Reverse Funktion zu spielen.

Von daher sind CD-Player schon ein interessanter Schritt in Richtung Zukunft. Auch wurden in den letzten paar Jahren digitale Musikverkäufe immer populärer und damit wichtiger. Auch die Zahl der illegalen Downloads nahm meiner Meinung nach ab. Heutzutage bekommen die Leute die Musik die sie wollen zu einem sehr fairen Preis mit sofortiger “Lieferung”. Vinyl aber wird immer seinen Platz in meinem Herzen haben. Das kann man anfassen und fühlen, da kann man Musik buchstäblich sehen.

FW: Neben Deiner DJ- und Produzententätigkeit hast Du Dein eigenes Label “Stil vor Talent” am laufen. Wie alt ist es jetzt und wie geht’s vorwärts?

Das Label habe ich im September oder Oktober letzten Jahres gegründet. Unsere ersten Veröffentlichungen waren recht anständig. Dies ist allerdings auch dem Hype rund um den “Mückenschwarm” geschuldet. Das Label resultiert so gesehen aus diesem Hype, denn ich wollte den ganzen Wirbel um meine Person nutzen, um eine unabhängige Plattform ins Leben zu rufen, die von neuen Künstlern, Talenten und auch von mir selbst genutzt werden kann. Zum Beispiel wollte ich nicht nur von Cocoon abhängig sein. Auch muss ich an die Zukunft denken. Der Hype existiert nur jetzt im Moment, niemand weiß, was in 2-3 Jahren der Fall sein wird.

Mit dem Label geht’s ganz gut vorwärts. Just gestern am 9. März haben wir “Aggravate Me” veröffentlicht, eine Scheibe des texanischen Produzenten Maetrik, der zuvor auch schon auf Treibstoff veröffentlichte. Im nächsten Monat werden wir acht Newcomer auf einer speziellen Doppel-LP namens “Talente mit Stil” vorstellen. Diese Doppel-LP wird auch ein handgezeichnetes Comic enthalten.

Im Sommer werde ich persönlich etwas auf Stil vor Talent veröffentlichen. Und dann kommt auch noch Neues von Florian Meindl aus Wien, einem meiner Lieblingsproduzenten, dessen Sound einfach nur Klasse ist.

FW: Die talentieren neuen Gesichter Deines eigenen Labels außen vor gelassen, welchen anderen Künstler verehrst Du?

Kai Kurve zum Beispiel. Oder aber Martin Eyerer aus Stuttgart. Martin hat unglaublich viele Sachen veröffentlicht, die im Moment alle fruchten. Er hat erst kürzlich sein eigenes Label Kling Klong aus der Taufe gehoben, auf dem ich gerade erst im letzten Monat auch etwas heraus gebracht habe. Und dann ist da noch der Berliner DJ Diringer, ein Resident des WMF. Er hat sich jetzt ans Produzieren gewagt und ist ebenfalls bald auf Eyerers Label Kling Klong vertreten.

FW: Neben der klassischen Labelarbeit hast Du auch eine Stil vor Talent Clubnacht in der Pipeline. Wie sehen Deine Pläne an dieser Stelle aus?

Die Labelnacht wird im Josef stattfinden. Das ist der “Hinterhof” der wesentlich größeren Maria am Ufer. Ich hab schon mehrmals versucht After Hour Parties ins Leben zu rufen, aber die konnten sich nicht wirklich etablieren. Die Labelnacht wird einen komplett anderen Anstrich haben, da sollen Künstler meines Labels auftreten. Der Erste wird Florian Meindl sein, den wir extra für diesen Gig nach Berlin holen. Auch die Jungs von Freizeitglauben, ein Plattenladen am Bersarinplatz, werden mich unterstützen. In der ersten Nacht wird z.B. Dirty Doehring den Support übernehmen.

Zu guter letzt versuche ich natürlich in ganz Berlin zu spielen. Bis dato bin ich gebucht in der Bar25, als auch dem Club der Visionäre zu spielen.

FW: Welcher ist Dein Lieblingsclub und warum?

Eindeutig die Panorama Bar. Das Soundsystem ist einfach exzellent. Der Hauptgrund aber ist das ausgewogene Publikum. Da feiern in friedlicher Koexistenz Heteros, Schwule und Lesben, aber auch Punks, Prolls und Handwerker mit Bankern und Managern. So ziemlich jede soziale Stufe ist dort vertreten und zum abfeiern bereit.

Diese Atmosphäre ist einfach der Wahnsinn. Wow! Natürlich ist es der absolute Wahnsinn dort aufzulegen, aber ich geh auch einfach so hin, des Spaßes wegen.

FW: Kannst Du Dich noch an Deine erste Platte erinnern?

Hätte die Frage nicht der zuletzt gekauften gelten können? (lacht) An die kann ich mich noch erinnern (lacht). Das wäre dann Phoniques “Gaga” auf Moodmusic, gekauft vor gerade mal ‘ner halben Stunde (lacht). Die erste Platte war… war… war… Hmm, ich wusste das eines Tages mal diese Frage kommen würde… (grinst). Die erste Platte wanderte noch zu House Music in mein Case. Muß irgendwas von Armand van Helden gewesen sein.

FW: Hast Du irgendein geographisches Traumziel in Sachen auflegen?

Hmm, ich lege ja schon in Berlin auf (lacht). Ok, ernsthaft, ich würde Australien und Südamerika als ziemlich reizvoll sehen. Auch Turnmills in London, oder aber der Thai Break in Thailand wären solche Traumkandidaten. Recht interessant wird mein diesjähriger Gig auf der Mayday. Ich bin ziemlich neugierig wie die Atmosphäre auf Massenraves so ist.

FW: Du spielst sogar auf zwei Maydays, die in Dortmund und dann in Sankt Petersburg.

Ja, stimmt. Bei Sankt Petersburg bin ich auch ziemlich gespannt auf das vielgerühmte osteuropäische Publikum. Es gibt ja nicht wenige DJs, die die partywütige Szene in Polen, Tschechien oder die der Russen sehr sehr schätzen.

Worauf ich mich riesig freue sind die Gigs auf den ganzen Open Airs, sprich Sonne, Mond & Sterne, das Melt! oder aber die Nature One. Ich mag das total… Blauer Himmel, Sonne, im Wasser rumplantschen und gute Musik. Ich freue mich tierisch darüber, dass all die Dinge über die mal geträumt habe langsam aber sicher Wirklichkeit werden.

FW: Danke, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Eine Frage habe ich aber noch (grinst). Im letzten Jahr wurdest von der Groove Du zum besten Newcomer des Jahres gewählt. Im Jahr zuvor war es Dominik Eulberg, der seit dieser Wahl eine beachtliche internationale Karriere hingelegt hat. Wie viel Ernsthaftigkeit/Wichtigkeit misst Du solchen Titel bei?

Hmm… Gute Frage… Meiner Meinung nach reflektieren solche Leserbefragungen schon recht gut das, was da im Musikgeschäft so vor sich geht und wer seinen Job gut macht. Auf der anderen Seite war Dominik Eulberg schon immer ein sehr fähiger Produzent und DJ.

Plattenverkäufe sind etwas, dass das Musikgeschäft schon immer stark beeinflusst hat, allerdings auch manipuliert worden ist. Wie auch immer… Lesermeinungen schätze ich als eine sehr ehrliche Sache ein. Es ist immer recht spannend die jeweiligen Resultate anzuschauen. Ich fühle mich sehr geehrt, renne deswegen aber auch nicht durch die Straßen und rufe “Ich bin der beste Newcomer 2005!”

Mehr aus dieser Kategorie