75 Jahre – 75 Ehrenmale – Etappe 3: Der Berliner Nordosten

Etappe 3 des Fotoprojekts „75 Jahre – 75 Ehrenmale“ – von Nauen über Berlin-Staaken und Hennigsdorf, Stolpe Süd, Hohen Neuendorf und Birkenwerder nach Oranienburg

Hier findest Du die 1. Etappe2. Etappe3. Etappe4. Etappe dieses Fotoprojekts

Eine Tour der Navi-Misserfolge

Die 3. Etappe meines Fotoprojekts hätte ich eigentlich gern schon ne Woche vorher im Sack gehabt. Da die Wetterprognose aber nicht so toll aussah, und dieser Wetterbericht ausnahmsweise auch Recht behalten sollte, habe ich umdisponiert. Wer radelt schon gern im Regen… ;-) Irgendwie steckten mir auch die beiden ersten Etappen ein wenig in den Beinen. Perfekte Ausreden also, um die dritte Etappe ein andermal in Angriff zu nehmen, sprich heute.

Mit der Regionalbahn geht’s zunächst nach Nauen und zum Friedhof in der Parkstraße. Genau dort, gleich rechts hinterm Eingang, ist das sowjetische Ehrenmal und auch der Soldatenfriedhof zu finden. Sowohl Obelisk als auch die Grabsteine bilden einen wunderbar hellen Kontrast zum satt-üppigen, dunklen Grün des Waldfriedhofs. Der Waldboden lässt den Obelisken zwar ein wenig kippen, aber pittoresk ist die Anlage allemal. Das Friedhofsgelände unterliegt übrigens Öffnungszeiten, so dass man nicht immer Zugang besteht.

Tja, und dann geht der Ärger los… Auf der Etappe nach Berlin-Staaken schickt mich Komoot mindestens dreimal in die Binsen. Kein Weiterkommen, weil Solarpark, Elektrozaun oder aber Fluss im Weg. Definitiv KEIN gutes Routing :-( Richtig schlecht: Zwischen Nauen und Staaken soll ich laut Komoot direkt an einem Bahndamm fahren, wo sonst ICEs mit Tempo 200 verkehren… :-( Die Druckwelle, die ein herannahender ICE erzeugt, ist immens, bedeutet Lebensgefahr! Einigermaßen verärgert schieße ich in Berlin-Staaken dann auch fast am relativ kleinen sowjetischen Mahnmal vorbei. Baustelle, Verkehr und Ampelschaltung hätten mich die Stele kleinen Wuchses schnell übersehen lassen. Auf dem Abschnitt nach Hennigsdorf zeigt Komoot dann abermals seine merkwürdige Auffassung von Navigation und kredenzt mir Waldwege, die es definitiv nicht gibt.

Glück muss man haben…

In Hennigsdorf angekommen habe ich Schwein…! Die städtischen Grünanlagenpfleger sind vor Ort und lassen mich aufs sonst abgeschlossene Gelände. Mit seinem Sowjetstern verzierten Zaun und der typischen Symbolik ist das sowjetische Ehrenmal im Hennigsdorfer Rathenau-Park eine Grabanlage wie aus dem Bilderbuch. Wenige Fahrradminuten später bin ich in Stolpe Süd, so sich ein weiteres Ehrenmal befindet. Auch diese Anlage ist umzäunt. Die drei Gräber in der Vorderreihe dominieren das Ehrenmal optisch. Dahinter befindet sich ein großer Sowjetstern auf dem Boden und dahinter wiederum der Obelisk.

Sehr ähnlich ist auch das sowjetische Ehrenmal in Hohen Neuendorf aufgebaut. An dem ich erstmal vorbeischüssel, ob meiner vollen Konzentration aufs Verkehrsgeschehen. Irgendwie hat Komoot verpennt diesen Wegpunkt zu erwähnen… Was für eine tolle App… Die Route nach Birkenwerder ist dagegen idiotensicherer, also genau richtig für mich ;-) Dort angekommen, sind die Fotos schnell im Sack, denn das Ehrenmal in Birkenwerder ist keins der großen Sorte.

Anders ist Oranienburg, wo das sowjetische Ehrenmal fast 4.000m² misst. Allerdings wirkt dieser Soldatenfriedhof ob der zentralen Betonfläche recht kalt, unnahbar und weckt in mir Erinnerungen ans Strammstehen in praller Sonne auf dem Exerzierplatz meiner Fallschirmjägerkaserne. Die Anlage ist von vielen Grabsteinen umringt; große für die Mannschaftsdienstgrade und kleine Einzelgräber für die Offiziere. Nach 68 Kilometern und 3:08 Stunden geht es mit der S-Bahn zurück gen Berlin.

Hier gibt es die Route und Daten dieser Tour auf Komoot

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